Bundesministerium für Bildung und Forschung Wettbewerb Energieeffiziente Stadt

Aktuelles zum Wettbewerb EnffStadt aus der Deutschen Presse

Wärme aus Abwasser - Sanierungsfortschritt beim Stuttgarter Altbaubestand (Stuttgarter Zeitung, 07.04.2012)

Der Sanierungsfortschritt beim Stuttgarter Altbaubestand ist auch für Jürgen Görres, Leiter der Energieabteilung im Rathaus, das größte Hemmnis, damit das für 2020 ausgegebene Ziel erreicht wird. Das Ziel heißt, die CO2-Belastung aus dem Jahr 1990 bis 2020 um 35 Prozent zu senken. Bis heute sind nur etwas über zehn Prozent abgebaut worden. Um die vorgegebenen Klimaziele tatsächlich zu erreichen, müssten nach Schätzung von Görres jährlich sogar drei Prozent des Altbaubestands saniert werden, statt wie derzeit nur ein Prozent der alten Häuser.

Dabei glaubt Görres, dass Stuttgart gute Anreize gesetzt hat, um die Hausbesitzer dazu zu bringen, ihren Häusern ein Schutzschild gegen unnötige Energieverluste zu geben. Um die Maßnahmen zu unterstützen, stehen aus der Stadtkasse 2,5 Millionen Euro jährlich bereit. Zudem betreibt die Stadt ein Energieberatungszentrum, das den Haus-besitzern maßgeschneiderte Lösungen hinsichtlich des Sanierungsstandards und des Geldbeutels bietet. Um die Energiewende in der Stadt voranzubringen, stehen Stuttgart neben eigenen Mitteln noch fünf Millionen Euro vom Bund zur Verfügung. Das Geld hat die Landeshauptstadt beim Wettbewerb 'Energieeffiziente Stadt' gewonnen. Unter anderem wird mit dem Gewinn eine Heizung für den Neckarpark finanziert, die ­Wärme aus dem Abwasser holt. (STNS)

Programm SEE – Stadt mit Energieeffizienz ist gestartet (stuttgart.de, 20.02.2012)

Das Programm "Stadt mit Energieeffizienz - SEE Stuttgart" ist am Freitag, 17. Februar, im Stuttgarter Rathaus erfolgreich, mit einer Auftaktveranstaltung u.a. mit EU-Komissar Günther Oetinger, gestartet. Zum Artikel...

Kulturladen in Wolfhagen kurz vor der Eröffnung (hna.de, Nina Skrzyszowski, 02.02.2012)

Der noch im Bau befindliche Kulturladen wird in Zukunft ein breites Angebot von kulturellen Veranstaltungen und Beratungsleistung bereitstellen. Anlässlich des Projekts "Energieeffiziente Stadt" steht künftig auch ein Energieberater den Bürgern Rede und Antwort. Zum Artikel...

Mitarbeiter/−in für Klimaagentur in Essen gesucht - Bewerbung bis 13.01.12 (stepstone.de, 17.12.2011)

Das Umweltamt der Stadt Essen schreibt im Rahmen des Projektes "Klimainitiative Essen: Handeln in einer neuen Klimakultur" zwei Stellen für die Mitarbeit in der neu einzurichtenden Klimaagentur aus. Einsendeschluss der Bewerbungen ist der 13.01.2012.

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Straßenlampen werden jetzt gedimmt (Magdeburger Nachrichten, 17.12.2011)

Im Rahmen des Umsetzungsprojektes "Magdeburg: EnergieEffiziente Stadt - Modellstadt für Erneuerbare Energien (MD-E4)", gefördert durch das BMBF ("Wettbewerb Energieeffiziente Stadt"), setzt die Stadt Magdeburg ab sofort verbreitet auf Dimmgeräte für ihre Stadtbeleuchtung. Durch den Einsatz dieser Technik reduziert sich der Energiebedarf um rund 200.000 kWh pro Jahr. Damit werden in einem Jahr ca. 36.000 € eingespart. Zum Artikel...

"In Delitzsch wird Energieeffizienz gelebt" (dapd/abj/mel, Jörg Aberger, 30.11.2011)

Delitzsch (dapd-lsc). Delitzsch ist nicht nur die größte Stadt im Landkreis Nordsachsen, die Kommune kann auch noch mit ein paar anderen Höchstleistungen aufwarten: In Delitzsch wird mehr Strom produziert als verbraucht, Delitzsch hat als erste Kommune Deutschlands einen Energiemanager eingestellt und Delitzsch ist als einzige sächsische Kommune als Sieger aus dem Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" des Bundesforschungsministeriums hervorgegangen. Kein Wunder, dass Oberbürgermeister Manfred Wilde selbstbewusst feststellt: "In Delitzsch wird Energieeffizienz gelebt."

Wie so oft war Geld der Auslöser für das Umdenken, das seit 2005 in der nordsächsischen Stadt eingesetzt hat und seither konsequent vorangetrieben wird. "Die Betriebskosten für die kommunalen Gebäude waren in die Höhe geschossen und drohten, den Haushalt der Stadt zu sprengen", erinnert sich Wilde. Da die Kommune mit jährlichen Preissteigerungen von fünf bis acht Prozent für Erdgas und Fernwärme rechnete, stellte sich die Frage, wie dies in den Griff zu bekommen sei.

"Wir haben ein Energieteam mit Beteiligten aus dem Stadtbauamt, der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft und den Technischen Werken Delitzsch, unserem kommunalen Energieversorger, gebildet", berichtet der parteilose Oberbürgermeister. Überlegt wurde, wie Energie eingespart werden und die Stadt sich weitgehend selbst mit Strom versorgen könnte. "In allen Schulen, Kindergärten und kommunalen Gebäuden ist ein Energiemanagementsystem installiert worden", sagt Wilde. Die jeweils zuständigen Hausmeister können nun über ihre Mobiltelefone Daten zum Beispiel zur Heizung abrufen. Gibt es eine Störung, können sie sofort reagieren und nicht erst dann, wenn ein Gebäude ausgekühlt ist.

Die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt geht bei der Energieversorgung ebenfalls neue Wege. "In der Altstadt wurden beispielsweise vier Häuser mit insgesamt 24 Wohnungen gebaut, die mit Geothermie, also Erdwärme, beheizt werden", erklärt Wilde. Auch die Stadtbibliothek wurde auf die regenerative Energie umgestellt. "Die Kommune geht mit gutem Beispiel voran und die Bürger machen mit", sagt das Stadtoberhaupt. So habe ihn ein Eigenheimbauer auf die Erfahrungen der Stadt mit der Geothermie angesprochen - und dann sein Haus ebenfalls damit ausgestattet.

Zwischentitel.: Das Stichwort heißt Dezentralisierung

"Außer mit Wasserkraft arbeiten wir mit allen erneuerbaren Energieträgern", unterstreicht das Stadtoberhaupt. Und dabei heißt das Stichwort Dezentralisierung: Bezieht ein Stadtteil seinen Strom aus einer Biomasseanlage, ist es in einem anderen die Fotovoltaik, die den Strom erzeugt, und in wieder einem anderen Bereich die Geothermie, die genutzt wird. In allen Bereichen, sagt Wilde, musste erst ein Umdenken einsetzen. So mussten die Technischen Werke Delitzsch erst vom neuen Weg überzeugt und den Stadträten klar gemacht werden, dass es sich lohnt, zunächst einmal Geld in die Hand zu nehmen, um dann langfristig Finanzen zu sparen.

Für Wilde geht es nicht darum, "philosophische Diskurse" zur Energie abzuhalten. "Bei allen Entscheidungen kommt es darauf an, nachweisbare Ergebnisse zu liefern", sagt er. Diese träfen dann auch in anderen Kommunen auf Interesse. Sein Wunsch wäre, dass das Thema Energieeffizienz bei den Städte- und Gemeindetagen auf Landes- und Bundesebene sowie in der Öffentlichkeit allgemein noch mehr Beachtung findet. Wie es funktioniert, wird in Delitzsch vorgemacht.

Strom-Tankstellen weiterer Schritt auf Weg zu Energie-Modellstadt (dapd/abj/mwa, 30.11.2011)

Delitzsch (dapd-lsc). Mit der Einrichtung von drei Strom-Tankstellen für Elektroautos macht die Stadt Delitzsch bis Ende des Monats einen weiteren Schritt auf ihrem Weg als energieeffiziente Modellstadt. "Dort kann dann nicht nur das E-Mobil, das die Stadtverwaltung nutzt, aufgetankt werden, wir wollen auch Bürger der Stadt für die Elektromobilität begeistern", sagte Oberbürgermeister Manfred Wilde der Nachrichtenagentur dapd.

Delitzsch ging in diesem Jahr als einzige sächsische Kommune als Sieger aus dem Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" des Bundesforschungsministeriums hervor.

Energiekonzepte für Stadtquartiere (BINE-Informationsdienst, 17.11.2011)

Neues KfW-Förderprogramm "Energetische Stadtsanierung" aufgelegt

Das Bundesbauministerium hat ein neues Förderprogramm für integrierte Quartierskonzepte aufgelegt. Es sollen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur, insbesondere zur Wärmeversorgung, entwickelt und umgesetzt werden. Zu den Quartieren zählen auch die Gebiete der Städtebauförderung. Anträge können ab sofort Kommunen, deren Eigenbetriebe, Wohnungsunternehmen und Genossenschaften stellen. Für 2012 stehen dafür 92 Millionen Euro zur Verfügung. (BINE-Informatiosndienst)

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Staatsminister Kupfer nimmt an Auftaktveranstaltung des Projektes "Energieeffizienzte Stadt Delitzsch" teil (Pressemeldung der Proffessur Energiemanagement und Nachhaltigkeit, Universität Leipzig, 18.08.2011)

Mit dem Projekt "Gemeinsam auf dem Weg in die energieeffiziente urbane Moderne“ gewann das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig gemeinsam mit der Stadt Delitzsch und weiteren Projektpartnern im Jahr 2010 den Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Am 17.8.2011 fiel der Startschuss für das Projekt, das vom BMBF in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt mehr als 3 Mio € gefördert wird.

An der Auftaktveranstaltung nahmen unter anderem Frank Kupfer, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, sowie Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Transfer und Entwicklung der Universität Leipzig, teil. Zum Artikel...

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In Delitzsch geht Energieeffizienzmanager an den Start (dapd, Jörg Aberger, 18.08.2011)

In Delitzsch wird zukünftig ein Energieeffizienzmanager Vorhaben zur Energieeinsparung in der nordsächsischen Stadt prüfen und deren Umsetzung überwachen. "Ziel ist es, aus technisch vergleichbar guten Optionen diejenigen herauszusuchen, die die Menschen auch wirklich akzeptieren", sagte Thomas Bruckner von der Universität Leipzig der Nachrichtenagentur dapd. Er ist der Leiter des Projekts, das im vergangenen Jahr im Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" des Bundesforschungsministeriums siegreich war.

Wie der Inhaber des Lehrstuhls für Energiemanagement und Nachhaltigkeit erklärte, sollen bei der Vorbereitung von Maßnahmen alle Beteiligten in ein Boot geholt werden. "Private Haushalte, die Stadtverwaltung, die Energieversorger und natürlich auch das örtliche Handwerk werden dabei einbezogen", erläuterte Bruckner. Dabei soll analysiert werden, wie sich der demografische Wandel, technische Entwicklungen und Trends auf den Energiemärkten auf das System Stadt auswirken. Notwendig sei zum Beispiel, auf die Lebensstile der Menschen in unterschiedlichen Stadtteilen einzugehen.

Unter anderem müsse gefragt werden, wie sich der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung mit einem sinkenden Wärmebedarf vereinbaren lasse. Auch müsse die Frage gestellt werden, ob zusätzliche Stromerzeugung durch Solaranlagen oder Photovoltaik in einer Stadt sinnvoll sei, die sich schon jetzt zu 90 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen könne. Ein wesentliches Ziel des Projekts besteht laut Bruckner darin, ein Computermodell zu erstellen, das die städtische Entwicklung im Zusammenhang mit steigenden Klimaschutzanforderungen beschreiben könne und auch auf andere Städte anwendbar sei. dapd/abj/lmh/fgr

Stellenausschreibung "Energieeffizienz-Manager/in" bis zum 15.09.2011 (delitzsch.de)

Die Große Kreisstadt Delitzsch hat zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle als Energieeffizienz-Manager/in zu besetzen. Zur Stellenausschreibung...

Auftakt am Mittwoch: 3 Millionen Euro für Delitzsch im Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" (Leipziger Internet Zeitung, 15.08.2011)

Am nächsten Mittwoch, 17. August, fällt der Startschuss für ein Millionen-Projekt, das aufgrund seines innovativen Ansatzes zur Entwicklung von Energieeffizienzstrategien für Städte und der engen Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis gefördert wird. Am Festakt nehmen unter anderem Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer sowie Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Transfer und Entwicklung der Universität Leipzig, teil. Zum Artikel...

Projektstart: Energieeffiziente Stadt Delitzsch (Pressemitteilung der Universität Leipzig, 10.08.2011)

Mit dem Projekt "Gemeinsam auf den Weg in eine energieeffiziente urbane Moderne" gewann die Stadt Delitzsch in Kooperation mit dem Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig und weiteren Partnern im Jahr 2010 den Wettbewerb "Energieffiziente Stadt" des Bundesministeriums für Bildung un Forschung (BMBF). Am kommenden Mittwoch fällt nun der Startschuss für ein Millionen-Projekt, das aufgrund seines innovativen Ansatzes zur Entwicklung von Energieeffizienzstrategien für Städte und der engen Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis gefördert wird. Zum Artikel...

Siegerstädte des Wettbewerbs „Energieeffiziente Stadt“ stellen ihre Konzepte bei einer Fachveranstaltung in Magdeburg vor (presse-service.de, 30.06.2011)

Im Rahmen der vom Institut für Logistik und Materialflusstechnik (ILM) der Otto-von-Guericke-Universität und dem Magdeburger Fraunhofer-Institut (IFF) veranstalteten 16. Magdeburger Logistiktage, findet vom 30. Juni bis zum 1. Juli 2011 der Workshop "Energieeffiziente Stadt" statt. Hierbei sollen praktische Wege aufgezeigt werden, wie Städte zukünftig vorbildlich Energie einsparen können. Zu dieser Veranstaltung werden deshalb Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet.

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat sich als Veranstaltungsort zu diesem Thema insbesondere durch die erfolgreiche Beteiligung am BMBF-Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“ qualifiziert. Ebenso wie die anderen erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmer Delitzsch, Essen, Stuttgart und Wolfhagen wird Magdeburg mit rund 5 Mio. Euro Fördermitteln unterstützt auf dem Weg, energieeffiziente Stadt zu werden. Zum Artikel...

Stuttgart plant seine eigene Energiewende (Stuttgarter Zeitung, Thomas Faltin, 01.06.2011)

Stuttgart will bundesweit zum Vorreiter in Sachen Energiesparen werden und in den nächsten fünf Jahren jeweils 3000 Gigawattstunden an Strom, Gas, Mineralöl und Fernwärme einsparen. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 220 000 Vierpersonenhaushalten - wenn man bedenkt, dass es in Stuttgart rund 300 000 Haushalte gibt, zeigt dies, wie ambitioniert das Ziel ist. Insgesamt entspricht die angestrebte Reduzierung einem knappen Viertel des derzeitigen Gesamtenergieverbrauchs in Stuttgart. "Diese Energiewende kann die öffentliche Hand aber nicht alleine schaffen", sagte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) gestern bei der Präsentation des Konzeptes: "Wir brauchen die Anstrengungen aller Unternehmen und aller Bürger."

Die nächsten fünf Jahre kann Stuttgart zumindest bei der Planung aus dem Vollen schöpfen. Denn das Bundesforschungsministerium hat Stuttgart gestern zum Sieger im Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" gekürt, zusammen mit Essen, Magdeburg, Delitzsch und Wolfhagen. Der Bund stellt der Stadt und deren Projektpartnern Universität Stuttgart, Fraunhofer-Institut für Bauphysik und Energie Baden-Württemberg fünf Millionen Euro zur Verfügung. In Stuttgart ist damit bereits erforscht worden, wohin die Energie in der Stadt überhaupt fließt; weiter sollen Anfang nächsten Jahres 1000 Haushalte in Stuttgart befragt werden, um deren Energieverbrauch analysieren zu können. Aus den Erkenntnissen werden dann eine Vielzahl von Maßnahmen abgeleitet.

Schon jetzt hat das Amt für Umweltschutz in einem ersten Papier dargestellt, mit welchen Schritten wie viel Strom oder Gas eingespart werden könnte. Ein ganz großes Potenzial sieht Umweltbürgermeister Matthias Hahn (SPD) bei den Leitungsverlusten. Die Prüfung hat ergeben, dass in Stuttgart im Jahr 2008 insgesamt 13 560 Gigawattstunden verbraucht worden sind - es waren aber 20 720 Gigawattstunden eingespeist worden. Allein beim Strom gehen mehr als 6000 Gigawattstunden unterwegs in den Netzen verloren. Die Gründung der Stadtwerke, die vergangene Woche vollzogen wurde, ist für OB Schuster auch aus dieser Perspektive politisch sinnvoll: Wenn die Stadtwerke zum Beispiel mehr Blockheizkraftwerke in Stuttgart einrichten würde, seien die Leitungsnetze deutlich kürzer und die Verluste deshalb auch deutlich geringer. Tatsächlich werden bisher nur 650 Gigawattstunden in Stuttgart selbst produziert - die restlichen 96 Prozent müssen importiert werden.

Sehr wichtig sei in der Einsparstrategie auch, mehr Dachflächen für Solaranlagen zu nutzen - bisher liegt trotz des zügigen Ausbaus der Fotovoltaikanlagen der Anteil des Solarstroms in Stuttgart unter einem Prozent und ist damit noch fast vernachlässigbar. Die Stadt will eine Dachflächenvermietung einrichten: Jeder Hausbesitzer kann dann Investoren seine Dächer zur Montage anbieten. Viel verspricht sich die Stadt vom sogenannten Contracting-Modell: Die Stadt oder eine Fremdfirma übernimmt die Kosten für die energetische Sanierung eines Hauses - dafür werden die Energiepreise erhöht. Der Kapitalgeber erhält so eine Rendite, und der Hausbesitzer muss die hohe Investition nicht schultern.

Insgesamt stehen 63 Maßnahmen in der städtischen Liste; sie sind aber noch nicht alle beschlossen und werden wohl auch nicht alle umgesetzt. So würde beispielsweise eine Citymaut dazu führen, dass der Energieanteil des Autoverkehrs sinkt, weil mehr Menschen mit der Stadtbahn ins Zentrum fahren. OB Schuster hält aber von einer solchen Maut wenig; sie sei derzeit rechtlich auch nicht durchsetzbar, sagte er gestern. Er hält eine Steuerung über den Preis in den Parkgaragen für sinnvoller.

Für ihn ist bedeutender, die Bürger und die Unternehmen mit ins Boot zu nehmen. So sieht die Liste zum Beispiel vor, die Gewerbesteuer an die Energieeffizienz der Gebäude zu koppeln - wer sanierte Produktionsstätten hat, zahlt eine geringere Abgabe. Schon jetzt können Betriebe Energieberater anfordern, die Vorschläge machen, wie mit möglichst geringen Aufwendungen Strom oder Gas eingespart werden könnten (siehe nebenstehenden Artikel). "Das Einsparpotenzial in Industrie und Gewerbe liegt mit 31 Prozent sehr hoch", sagte Matthias Hahn.

Daneben will die Stadt auch ihren Bürgern ein Angebot machen. Jene 1000 Haushalte, die 2012 befragt werden, erhalten zudem eine Beratung und auf Wunsch Hilfe bei Veränderungen. Weiter kündigte Schuster an, die Energieberatung für Privatpersonen auszubauen - in welcher Form dies geschehen soll, ließ er aber offen.

Auch die Stadt selbst will sich noch mehr anstrengen, um den eigenen Energieverbrauch zu verringern. So sollen weitere Hybridfahrzeuge in die SSB-Flotte integriert werden; derzeit sind fünf Busse mit Hybridantrieb in der Stadt unterwegs.

Drei Millionen Megawattstunden weniger pro Jahr: Energie effizienter nutzen - SEE Stuttgart (stuttgart.de, 31.05.2011),

Das Projekt "Stadt mit Energieeffizienz" (SEE) hat für die nächsten fünf Jahre ein hohes Ziel: Zusammen mit den Bürgern möchte die Stadt jährlich drei Millionen Megawattstunden Energie einsparen - das entspricht dem Verbrauch von etwa 220.000 Vier-Personen-Haushalten.

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: "Weltweit steigen die Preise, gleichzeitig versiegen die Quellen konventioneller Energie. Wir müssen Energie also effizienter und sparsamer nutzen, auch um eine nachhaltige Versorgung der Städte sicherzustellen. Städte sind nur mit einer Energiewende zukunftsfähig." Stuttgart hat im vergangenen Jahr einen Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewonnen. "Wir haben jetzt den Förderbescheid über fünf Millionen Euro erhalten. Damit können wir ein Energiekonzept entwickeln, das uns hilft, die effiziente Nutzung zu steigern", so OB Schuster weiter. Zum Artikel...

Wolfhagen will eigenen Strom. Umweltministerin lobt Energiekonzept der Nordhessen als "zukunftsweisend" (Frankfurter Rundschau, 18.10.2010)

Ein nordhessisches Städtchen will beim Thema erneuerbare Energien bundesweit an die Spitze vorstoßen. Wolfhagen, ein Fachwerkort mit 13000 Einwohnern westlich von Kassel, möchte in fünf Jahren den gesamten Strombedarf seiner Bürger und Gewerbebetriebe selbst decken - mit grünem Strom, der an Ort und Stelle erzeugt wird. Bis zum Jahr 2030 soll die Stadt eine ausgeglichene CO2-Bilanz vorlegen, Gebäudeheizung und Verkehr eingeschlossen.

Das Vorhaben findet bereits höchste Anerkennung. Von einem "zukunftsweisenden Projekt" sprach Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) anlässlich eines Besuchs. "Der Ausbau erneuerbarer Energien kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen - Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kommunen", sagte Puttrich.

Das Bundesforschungsministerium kürte Wolfhagen jüngst zu einem der fünf Preisträger im Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt". Außerdem siegten Delitzsch (Sachsen), Essen, Magdeburg und Stuttgart.

In den nächsten fünf Jahren können die Nordhessen vom Bund bis zu eine Million Euro beantragen, um zusammen mit wissenschaftlichen Partnern wie dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik die Ansätze weiter voranzutreiben und in der Praxis zu erproben. So will man etwa die Rolle ausloten, die Elektroautos künftig im ländlichen Raum spielen könnten. Neue Techniken zur Wärmedämmung und energetischen Sanierung von historischen Gebäuden sollen entwickelt werden.

Der Weg zur klimaneutralen Kommune könne nur über das Einsparen von Energie führen, so Bürgermeister Reinhard Schaake. "Es geht darum, das alte Fachwerk so zu gestalten, dass es Freude macht, darin zu wohnen und es bezahlbar bleibt." Weil das nur funktionieren kann, wenn die Bevölkerung mitzieht, sind Bürgerbeteiligung und Information eine wichtige Säule des Wolfhagener Konzepts: "Es fängt in den Köpfen an", sagt der parteilose Rathauschef. "Unser Motto ist: Energie sparen, Geld sparen und dabei besser leben."

Am weitesten gediehen sind die Pläne für das erste Ziel: die Stromversorgung soll komplett auf erneuerbare Energien, gewonnen aus eigenen Solar-, Windkraft- und Biomasseanlagen, umgestellt werden. Das lokale Stromnetz haben die Stadtwerke Wolfhagen bereits 2006 dem Energiekonzern Eon abgekauft. Schon heute kämen 15 Prozent des Stroms aus Sonnenenergie, verkündet Schaake stolz. Im Bundesdurchschnitt war es 2009 gerade einmal ein Prozent.

Herzstück des Energiekonzepts ist ein "Bürgerwindpark" - finanziert über Anteile, die von Einwohnern erworben werden können. Fünf Windräder, jeweils 180 Meter hoch, sollen ausreichen, zwei Drittel des örtlichen Strombedarfs zu decken.

Diese zentrale Idee wird freilich von unerwarteter Seite abgelehnt: Ausgerechnet Umweltschützer machen gegen das Konzept mobil. Eine Bürgerinitiative will die Riesenwindräder, die mitten im Wald auf einem Berg errichtet werden sollen, unbedingt verhindern und kritisiert das Vorhaben als "ökologisch verschleiertes Profitdenken" und "eine der größten Landschaftsverschandelungen und Naturzerstörungen der letzten Jahrzehnte im Wolfhager Land".

Auch der Naturschutzbund (NABU) Hessen spricht von einer Fehlplanung: "Es kann nicht sein, dass Windkraftanlagen vermehrt in Gebieten aufgestellt werden, die für den Schutz von Schwarzstorch, Rotmilan und Fledermäusen von großer Bedeutung sind", sagt Landesgeschäftsführer Hartmut Mai. Die biologische Vielfalt dürfe dem zweifellos unverzichtbaren Ausbau erneuerbarer Energien nicht geopfert werden.dapd